19.11.2015

Emotionen und Identität in der öffentlichen Festkultur

Das öffentliche Fest legitimiert sich durch seine Geschichte. Im bürgerlichen Zeitalter war kein Fest denkbar ohne eine 'Botschaft'. Politische Macht manifestierte sich in gelungenen Inszenierungen von Festen und durchgreifender Emotionsregie.
Emotionssteuerung ermöglicht einerseits Teilhabe des Individuums an kollektiven Erlebnissen, entlastet andererseits vom Leiden an der Individuierung. Teilhabe an öffentlichen Festen bedeutet Annehmen eines Identifikationsangebotes.
Die neuzeitliche Geschichte des öffentlichen Festes ist Teil einer Medienkulturgeschichte. Die rasante Entwicklung der Medien, vor allem in den letzten beiden Jahrhunderten, transformiert das Festgeschehen von Phase zu Phase. Obwohl sich die Emotionalität von Festen letztlich nur am einzelnen Festteilnehmer verwirklichen kann, bieten die Medien doch ganz neue Möglichkeiten der Emotionsregie, der Synchronisierung von Stimmungen, der politisch-ideologischen Lenkung.

Im Anschluss findet ein Umtrunk am Institut für Klassische Philologie, Mittel- und Neulatein statt.

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http://hkf-visuellekulturgeschichte.univie.ac.at/aktuelles/

Marion Meyer, Michael Viktor Schwarz